Batman/Catwoman – Waffenwahn

    Von:
    Noncenti / van Sciver
    Verlag:
    Panini Verlags GmbH, Nettetal
    Seiten:
    100
    Preis:
    EURO 11,50

    Veröffentlichung:
    03/2005






    Waffen, die so kinderleicht zu handhaben sind, dass man sie auch an Minderjährige verkaufen sollte? Eine absurde Idee, aber im Land der unbegrenzten Dämlichkeiten gar nicht so weit hergeholt. Die Superwaffe, die immer ihr Ziel findet, ist in Gotham und alle wollen sie haben. Die Waffenproduzenten, um sie nachzubauen, die Bösewichter um ihre Feinde zu killen und Batman, um sie aus der Welt zu schaffen. Mitten drin Catwoman im Zwiespalt zwischen Gaunerehre und Gewissen. Klingt gar nicht so schlecht und auch die äußerst detaillierten Bilder machen Laune, diesen Band zu lesen.

    Doch nicht immer darf man dem ersten Anschein trauen. Waffenwahn hat neben einer ambitionierten Story zu viele Fehler. Die stoßen immer wieder bitter auf und verleiden den Spaß an diesem Comic.

    Es beginnt mit einer seltsamen Aussage: „[Hitler] verbot Waffen, kurz bevor er seine Nazi Partei gründete“. Hitler benutzte nach der Machtergreifung das Waffengesetz von 1928 – das die Weimarer Republik verabschiedete – um seine Gegner zu entwaffnen. Selbst wenn so ein Unsinn wie das Zitat aus dem Comic im amerikanischen Original stünde, hier sollte man bei der Übersetzung korrigierend eingreifen.

    Dann die Idee einer Handfeuerwaffe mit hitzesuchenden Patronen. Dass das nicht funktionieren kann, bekennt sogar der Autor dieser Geschichte. Ärgerlicher Unsinn, nicht dass es in Superheldencomics nicht seltsame Sachen geben dürfte, aber eine unsinnige Erfindung als Motor für eine blutige Geschichte zu nur um am Ende eben diesen Unsinn als Unsinn zu entlarven – klingt verwirrend bis blöd – ist es auch.

    Dann noch diverse Übersetzungsfehler. Catwoman ärgert sich, dass sie hopps genommen wurde. Heißt gefangen genommen laut Wörterbuch – hier steht es für einen Raub an der Katzenlady.

    Dazu kommen bei den Bildern die vielen Fehler in puncto Perspektive. Ist der alte Waffenfabrikant nun ein Riese oder nicht? Kann man leider nicht bei allen Bildern so richtig sagen. Diese Familie ist ohnehin völlig unglaubwürdig. Die protzen asozial mit ihren Waffen in der guten Stube und brüllen sich an einer Tour an – da werden die Bösen zu asozial überzeichnet.

    So macht diese Geschichte keinen Spaß. Auf die Geschichte gehen wir deswegen nicht näher ein. „Waffenwahn“ ist einfach nur enttäuschend.

    Fazit:
    Batman und seine manchmal und dann doch wieder nicht Freundin Catwoman gegen den Irrglauben, das man mit Waffen irgendwas gewinnen könnte – klingt gut – ist es aber nicht.

     
     

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