Storm #22: Der Armageddon-Reisende

    Von:
    Martin Lodewijk / Don Lawrence
    Verlag:
    Ehapa Verlag, Berlin
    Seiten:
    48
    Preis:
    € 10.-

    Veröffentlichung:
    08/2002




    Nach dem Spin-Off (oder Lückenfüller?) Storm - Chroniken der Zwischenwelt gezeichnet von John Kelly nun endlich wieder ein echter Storm - halt aus der Zeichenfeder des unvergleichlichen Don Lawrence. Das verspricht ein Fest für die Äugelein – und hält es auch. Wie schon in der Vorveröffentlichung im Zack zu bemerken, hat die Freiheit der Zwischenzeit dem Texter Mut gemacht, auch in der Hauptserie mehr nicht nur subtilen Humor einfließen zu lassen. Das wird im unzerstückelten Ganzen noch klarer, als in der Fortsetzung (trotz der doppelten Seite weniger ;-)).

    Es geht mit dem Duo Storm im Computer und Storm vor dem Computer weiter, wie es schon in Band 18 begann. Nett ist das kleine Helferlein ganz nach Tinkerbell-Manier im "Alice im Wunderland"-Aussehen. Statt tot zu sein, hilft sie der Geschichte wieder zu einigen Schmunzeleien und das nicht nur wegen der Grinsekatze.

    Phantastisch wie erwartet: Dons Zeichnungen, was besonders in den großen Panels deutlich wird. Ein angenehmer Schauer voller Erinnerungen an Trigan läuft dem Betrachter über den Rücken. Aber von guten Zeichnungen lebt ein Comic nicht allein. Und viel weniger von endlosen Wiederholungen. Darum ist es um so besser, dass hier zwar immer wieder auf alte Story-Elemente verwiesen wird, aber der Schabernack an allen Ecken und Enden hervorspitzt, ohne das Album zu einer Persiflage werden zu lassen. Virtuelle Welten mit Stechmücken? Das WC als Endstation? Marilyn Monroe als Rachegöttin? Wen hält es da noch auf den Sitzen? Aber das ist nur eine Facette dieses 22. Bandes. Zum Schluss geht es noch mal richtig zur Sache. Folgende Sätze sollte uns doch wirklich zu Denken geben: "Ihr Menschen [...] Ich habe im ganzen Universum keine anderen Wesen getroffen, die so viel Freude an Fragen hatten, auf die es vielleicht gar keine Antworten gibt."

    Zeichnerisch gibts gewohnt gehobene Kost mit Anleihen an Outlanders (die Männer mit den schwarzen Anzügen), Luc Orient (die Flugmenschen), Moebius (der Müllhalden-Lebensraum), ein Zitat von Warhole – fein, fein, fein! Was macht da die Schüsselloch-Szene auf Seite 22? Ein Hinweis auf Lawrences erotische Arbeiten?

    Mal was ganz Anderes: Ist es nur mir aufgefallen (und ich musste natürlich wegen des Toilettenbildes daran denken), dass auf den Präservativ-Automaten immer noch der Preis in DM draufsteht? Sind Kondome ein Relikt aus alten Tagen??

    Zurück zum Comic. "Der Armageddon-Reisende" macht als eigenständig stehendes Comic jede Menge Spaß und wird im Zusammenhang mit der Rahmengeschichte aus den bisherigen Alben nur besser.

    Fazit:
    Klare Kaufempfehlung! Intelligenter Witz der skurrilen Art gepaart mit phantastischen Zeichnungen in einer spannenden und unerwartet verlaufenden Story – Neunte Kunst wie sie sein sollte!

     
     

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