Donjon Parade 3 – Der Tag der Frösche

    Von:
    Joann Sfar / Lewis Trondheim
    Verlag:
    Reprodukt, Berlin
    Seiten:
    32
    Preis:
    € 8,00

    Veröffentlichung:
    03/2006




    Das Fantasy-Genre kann sooooo langweilig sein. Da gibt es eine ganze Stadt in einem Schloss, eine Bedrohung durch Millionen Säure-Kröten, die von einem bösen Magier geschickt werden, starke Helden, Vampire, bärenstarke Helden – das Übliche halt. Doch warum macht eine Autorenlegende wie Sfar so etwas Durchschnittliches? Natürlich um es völlig zu zerstören.

    Aber so seltsam es klingt, der neue Donjon beginnt sehr ernsthaft. Nur Trondheims Zeichnungen sind natürlich wie bei allen Trondheims: einfach und einfach gut. Nicht ohne Grund ist der Franzose mit dem trockenen Humor der designierte Präsident des kommenden Comic-Festes in Angouleme – immerhin wird er dort über knapp 20.000 Comic-Fans herrschen.

    Aber Sfar versteckt seine Ironie nur kurz und auch eher schlecht, denn bald wird unser herzlose Held zum Chef der von allen gefürchteten Vampire – das musste so kommen und kann natürlich nicht lange Gutgehen. Meint man, denn es geht ziemlich lange Gut. Aber dennoch muss Herbert durch die Höhen und Tiefen des Gefühlslebens. Angst und Glück liegen nicht nur im echten Leben so nahe beieinander. Und ganz am Ende fliegt eine Lüge doch noch auf – durch und durch ein versöhnliches Ende steht den Donjon-Lesern bevor – aber auch das ist ja eigentlich zu erwarten gewesen.

    Als Carlsen die Serie Donjon aufgrund zu geringer Verkäufe einstellte, blutete das Herz eines jeden Trondheim-Fans. Aber Reprodukt sein Dank, die Serie läuft auf Deutsch weiter und das gleich mit zwei Nummern! Wer also nach dem dritten Band noch nicht genug hat, kann gleich wieder in den Comicladen seines Vertrauens und sich Band vier „Gören, Grünzeug und Geziefer“ zulegen. Auch dieser Kauf wird sicher kein schlechter sein.

    Nicht zu Letzt wegen der außergewöhnlichen Qualität des Bandes: matter Umschlagskarton und festes Papier, das die Farben so richtig leuchten lässt – diese beiden Aspekte lassen den Band einfach gut in der Hand liegen.

    Haben wir eigentlich schon die Ninja-Kobolde erwähnt?

    Fazit:
    Fantasy-Fans mit Sinn für Ironie und Ironie-Fans ohne Angst vor Schwerthieben sollten zugreifen.

     
     

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