Wolverine / Spider-Man – Powerless

    Von:
    Cherniss / Johnson / Gaydos
    Verlag:
    Panini Verlags GmbH, Nettetal
    Seiten:
    148
    Preis:
    € 15,50

    Veröffentlichung:
    07/2005




    Eine Geschichte unter dem Label 100% Marvel ohne Superhelden? Das klingt komisch – aber zum Lachen ist dieser Band nun wirklich nicht. Auf dem Klappentext wird gefragt, was einen Helden ausmacht. Eine gute Frage. Was sind Helden? Was macht zum Beispiel James Bond zum Helden? Oder Mutter Theresa? Gibt es auf diese Frage eine einfache Antwort? Im Comic gibt es diese Antwort natürlich.

    Die Helden in diesem Comic ohne Superhelden heißen die Akteure Peter Parker, Logan, Matt Murdock und Mr. Watts. Okay, Peter ist ein einfacher Junge, der durch einen deformierten Arm immer wieder an einen sehr besonderen Spinnenbiss erinnert wird. Aber er entwickelt sich natürlich zu einem aufrechten Menschen. Genauso wie die restlichen Helden ohne Superkräfte dieser Story. Marvel erzählt hier dem lesewilligen Leser, dass es die Handlungen und nicht die Kräfte sind, die einen Menschen zu einem Helden machen. Eine gute Aussage in einem interessant gezeichneten Heft.

    Das die Bilder sehr an „Earth X“ erinnern ist sicher gewollt. Dicke schwarze Randstriche, klobige Figuren und dreckig wirkende Farben. Das sieht nach allem anderen denn einem Superhelden-Heft aus. Ganz gewollt keine Superhelden und explizit keine bunten Farben - und da wird es dann doch etwas dick aufgetragen.

    Wer diesen Stil mag, kann sich mal die leider eingestellten Comics des „Helix“ Imprints von DC anschauen. Dort wurde leider erfolglos versucht, interessante Plots mit diesen dunklen Bilder zu vermengen. Unser Tipp: „Gemini Blood“.

    „Powerless“ ist ein interessantes Spiel mit den Klischees des Helden. Das könnte ganz lustig sein, wenn wir dummen Leser nicht immer wieder an die genauso handelnden Superhelden erinnert würden. In diesem Punkt ist diese Story genauso platt wie ein „typisches“ Superhelden-Comic.

    Und ohne den Superhelden-Hintergrund reduziert sich „Powerless“ zu einer dann leider nicht mehr stimmigen Crime-Story, wie sie es schon X-Mal gab. Dabei macht dieses Comic wirklich Spaß, wer aber versucht etwas ernsthaft zu sein, muss sich daran messen lassen, und dann versagt dieser Comic. Welcher Killer läuft mit blutigen langen Klingen durch die Straßen? In welche kommerzielle Forschungsanstalt kann man einfach mal so reinlaufen und Betriebsgeheimnisse mit gehen lassen? Wie schon geschrieben – trotz der interessanten Einstiegsfrage bleibt dieser Comic ein Produkt der Superheldenindustrie und dieser in Inhalt und Art verpflichtet.



    Fazit:
    Powerless macht als Superheldencomic Spaß â€“ wer es ernst nimmt wird enttäuscht sein.

     
     

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