Neon Cyber #1

    Von:
    Adrian Tsang / Lou Kang
    Verlag:
    Panini Verlags GmbH, Nettetal
    Seiten:
    48
    Preis:
    DM 5,95

    Veröffentlichung:
    03/2000




    Hat da jemand die tolle Serie "Dark Minds" verpasst? Selbst schuld. Nun gibt es den Nachfolger: Neon Cyber. Diesmal liegt der Schwerpunkt der Geschichte im Motorrad-Gang/Mafia-Umfeld. Das heißt mehr Motorrad und weniger Blade Runner.

    Die Shen-Yang wollen ihre Geschäfte nicht mehr durch die Reibereien unter den einzelnen Gangs leiden lassen. Also bieten sie den Rockern eine Zusammenarbeit an: Die Gangs bekommen fest definierte Gebiete und müssen als Gegenleistung für den reibungslosen Ablauf der Geschäfte der Shen-Yang bürgen. Takeo, Führer der Neon Dragons, lässt sich auf diesen Handel ein. Doch die neuen Verbündeten, die Mohawks, treiben ein falschen Spiel. Die Dragons werden in einen Hinterhalt gelockt und es sieht nicht gut aus für unsere Freunde.

    Nicht nur beim Inhalt der Geschichte gibt es Neues. Neon Cyber wird von einem der Hintergrund-Zeichner Pat Lees gezeichnet. Kang ist gleichmäßiger als Lee, der viele tolle, aber auch einige schlampige Seite in Dark Minds hatte. Dennoch bleibt die Grundstimmung erhalten, und so ist der Erfolg auch dieser Serie sicher. Wer sich ärgert, bei Dark Minds die Nummer eins verpasst zu haben, sollte gleich zugreifen. Neon Cyber ist witziger und auch brutaler. Fliegende Gliedmaßen sollte man als potentieller Leser ertragen können. Witzige wird es, wenn es die Türlauscher hinhaut.

    Insgesamt ist die zweite Serie aus dem Dreamwave-abel nicht so packend wie das Erstlingswerk. Zwar ist die Ausführung sauberer aber auch routinierter geworden, es fehlt die dichte Stimmung, die auch durch gelegentliche Fehler bei Dark Minds herrschte. Das liegt vielleicht am Genre. Dass bei einer Mafia-Story ein Bübchen wie Neon gegen einen Mohawk bei einer Barprügelei so schnell und deutlich die Oberhand gewinnt, passt nicht.

    Wo wir gerade bei Sachen sind, die nicht stimmig sind: Geräusche aus elektrischen Geräten wie Funk und Fernsehen sind in der Schriftart "Times" gesetzt - im Kontrast zum handgelettert ausehenden übrigen Text. Wenn hier der technische Ursprung veranschaulicht werden sollte, wäre die schnörkellose "Helvetika"-Schrift angebracht gewesen.

    Neon Cyber hat nicht den Flair von Dark Minds, ist aber dennoch ein bemerkenswertes Comic auf dem Heftchen-Markt.



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