Digimon - Der Comic

    Von:
    Daniel Har / Marc Hillefeld
    Verlag:
    Dino Verlag, Stuttgart
    Seiten:
    32
    Preis:
    DM 3,90

    Veröffentlichung:
    11/2000




    150 Pokemon auswendig gelernt? Warum? Nicht nur bei "Wetten dass" lockt das keinen mehr hinter dem Ofen hervor. Denn jetzt gibt es ja Digimon. Digimon hat von allem, was Pokemon hatte, mehr, es fehlt nur der Spiele-Riese Nintendo und sein Mega-Marketing-Maschine. Aber was ist Digimon eigentlich?

    Sieben Kinder im Alter zwischen sechs und vierzehn Jahren werden aus einem Ferienlager in die Digi-Welt entführt. Dort treffen sie auf kleine knudelige Wesen, die wie gemacht für die Vermarktung als Plüschtiere aussehen. Diese niedlichen Monster können digitieren, das heißt größer und stärker werden. Jedes Tierchen nimmt eine andere Form an – das zu entdecken gibt schon mal Stoff für die ersten zehn Fernseh-Folgen. Gleichzeitig gilt es ein Geheimnis zu lüften, wer ist der sagenumwogene achte Digi-Ritter? Natürlich gibt es auch den einen oder anderen Bösewich, meist in Begleitung eines bösen Digimons. Jede Menge Stoff für Sammel-Karten und Klebe-Bilder-Alben.

    Schon die Fernsehfolgen von Digimon sind besser gezeichnet als der Pokemon-Film, und ein bisschen mehr an Handlung ist auch zu sehen. So ist Digimon auch etwas für größere Kinder. Und keine Trickserie ohne das passende Comic. Auch hier gewinnt der Neuankömmling gegen den Platzhirschen. Erstens ist Digimon ein echtes Comic, Pokemon ist zwar kostenlos, aber nur eine sprechblasenverschönte Abfolge von Bildschirmfotos, zweitens auch hier ein Plus an Handlung und Qualität. Fast sehen die Zeichnungen so aus, als sein Kevin Eastman kommerziell geworden, für Einsteiger sind die Bilder einfach knuffig. Die einfachen Striche mit flächigen Farben und dem Simpson-Schatten funktionieren einfach.
    Die 32 Seiten des Heftes bestehen aus 20 Seiten Comic und dem Rest, den man irgendwo zwischen Info und Werbung einordnen kann. Wem das zuviel ist, sollte sich mal amerikanische Hefte anschauen, dort gibt es in vergleichbaren Heften fast so viel Werbung wie Comic-Seiten. Das erste Heft zieren noch 16 Aufkleber - da werden sich besonders die Eltern über neuen Schmuck auf Betten, Schränken und Büchern freuen.

    Fazit:
    Digimon ist Fernseh-Comic zu Taschengeld-Preis (jaja, die Nostalgiker können gerne auf die ersten Asterix-Alben verweisen, die damals sündhaft teuer für ebenfalls DM 3,90 über den Ladentisch gingen – aber die Zeiten ändern sich), nett ungefährlich und ein bisschen zu gut für das Marketing gestylt.

     
     

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