Star Wars - Eine neue Hoffnung

    Von:
    Hisao Tamaki
    Verlag:
    Planet Manga bei Panini Verlags GmbH, Nettetal
    Seiten:
    100
    Preis:
    DM 6,95

    Veröffentlichung:
    08/1999




    Was ist denn das? Heidi im Weltall? Nein! Das ist die altbekannte Star-Wars Saga im Manga Stil. Ein Sakrileg, so werden einige dogmatische Jünger des Krieg-der-Sterne-Kultes wehklagen, doch "erfrischend neu und gut" urteilt Parnass.

    Warum? Die beiden bisher in Deutschland veröffentlichten Comic-Adaptionen des Epos von Georg Lucas krankten weitgehend an der selben Krankheit: Dem Bemühen, den Comicfiguren die Gesichter der Schauspieler zu verleihen. Versagte der ansonsten sehr gute und eigenständige Howard Chaykin kläglich bei dieser Aufgabe, machte es der Dark-Horse-Verlag mit seiner Version der Special Edition schon besser - aber halt nicht gut. Hisao Tamaki umgeht dieses Problem geschickt und läßt mangatypische großäugige Comic-Gestalten im Star Wars Outfit agieren.

    "Mangatypisch" beeinhaltet auch die Zeichensprache der Mangas wie zum Beispiel eine große Träne über dem Haupt einer Figur, wenn sie sich schämt und wilde Gesten um Panik anzuzeigen. Auf der anderen Seite wird hier der Film das erste Mal sehr detailgetreu umgesetzt. Fast jede Szene findet ihr gezeichnetes Pendant. So kommt es, daß auf den hier vorliegenden Seiten noch nicht einmal ein Drittel der Geschichte erzählt wird. Diese Länge hat auch seine Vorteile: Chaykin ließ Luke eine Seite Zeit, um von der Szene mit dem zerstörten Fahrzeug der Jawas zurück nach Hause zu kommen, wo er feststellt, daß seinem Heim und seiner Familie das selbe Schicksal widerfahren ist. Das Manga erzählt die selbe Szene in vier Seiten und läßt so das Entsetzen Lukes begreiflicher werden.

    Ein anderes Highlight dieser Comic-Version des Kult-Films ist die Darstellung der Technik. Besonders die Raumschiffe scheinen direkt von der Leinwand auf das Zeichenpapier geflogen zu sein. Die Story ist eigentlich so bekannt, daß sie hier nicht noch einmal wiederholt werden muß (obwohl es immer noch einige auserwählte gibt, die die Filme noch nicht gesehen haben sollen [Gruß an Mirjam {Anm. der Schlußred.: Auch Mirjam hat inzwischen alle drei SW-Saga-Teile zur Kenntnis genommen - gehört schließlich zur Allgemeinbildung - und bereits Wochen vor dem Kinostart Karten für die Vorpremiere - das ist eine Frage der Ehre!}]).

    Natürlich ist dieses Heft der Versuch des Panini-Verlages, auch einen Happen des großen "Star Wars Episode Eins - Die dunkle Bedrohung"-Kuchen zu ergattern. Aber aufgrund der gelungenen Umsetzung eines guten Films sollte man sich dieses schwarz/weisse Heft einmal ansehen, es lohnt sich - wenn man sich damit abfinden kann, daß Leia die Schwester von Heidi ist (was ja eigentlich keine Verschlechterung bedeutet).



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