Herrn Hases haarsträubende Abenteuer: Blacktown

    Von:
    Lewis Trondheim
    Verlag:
    Carlsen Verlag, Hamburg
    Seiten:
    48
    Preis:
    DM 19,90

    Veröffentlichung:
    08/2000



    Dieser Lewis Trondheim ist gnadenlos. In einer wahren Schwemme breitet er sich und seine Werke in deutschen Comic-Läden aus. Dabei erwarten den unbedarften Leser in diesen skurrilen Machwerken dann ethische Diskussionen um die Gesetze des Zufalls oder über den Sinn des Lebens im Allgemeinen.

    Trondheim lässt kein Klischee aus. Liebe, Lynchjustiz, Poker, Gier - jedes Element eines klassischen Western ist hier vertreten und keines kommt ungeschoren davon. Nur der Hase zeigt sich heuer von gar heroischem Format. Er verprügelt den Bösewicht in Bruce Lee Manier, flüchtet durch eine Scheunenwand und löst den Fall.

    Die Story
    Unser Haase kommt nach Blacktown, einem verschlafenen Nest im Wilden Westen. Jeder Mann steht auf die hübsche Miss Pacard. Sie hält Vorträge über Gewaltlosigkeit an Schulen und jeder rennt hin, lauter Frauenversteher also. Da will der alte Säufer General Lee im Saloon mit einem Goldklumpen bezahlen. Gold in Blacktown! Um eine Hysterie zu verhindern oder um sich die Goldader zu sichern verhängt der Scherif eine Nachrichtensperre, was aber nichts nützt. Nur der Vortrag von Miss Packard verschiebt den Wettlauf um das Gold.

    Der als Fremder ins Schussfeld geratene Hase will aus der Stadt fliehen wird aber statt dessen Opfer eines rasenden Mobs und soll sein Ende an einem Baum finden. Leider gibts um Blacktown herum nur Tannen, die sich zum lynchen nicht eignen. Am Ende kann unser Haase dann doch verschwinden. Er lässt eine psychopatische Miss Packard, eine Menge Leichen und eine ungewisse Zukunft für Blacktown hinter sich.

    Die Bilder sind purer Trondheim, da hat sich gegenüber den anderen Alben des Franzosen nichts geändert - gut so. In einer Newsgroup wurde vor kurzem der wahre Name Trondheims genannt. Keiner konnte das mit der ewigen Hänselei wegen des echten Namens verstehen.

    Fazit:
    Blacktown ist nichts für Die-Hard-Fans von John Wayne und Konsorten, aber sicher was für Freunde des gepflegten Irrsinns - ein echter Trondheim eben.

     
     

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