Theodor Pussel 10: Im Palast des Nabobs Teil zwei

    Von:
    Frank Le Gall
    Verlag:
    Carlsen Verlag GmbH, Hamburg
    Seiten:
    48
    Preis:
    DM 19,90

    Veröffentlichung:
    04/1999



    Nachdem es bei der Comic-Produktion im Carlsen-Verlag im letzten halben Jahr etwas ruhiger zuging, steht dem Leser ein interessanter Lese-Sommer bevor. Mit dem vorliegenden Band gibt es schon einmal einen Vorgeschmack darauf.

    Frank Le Gall erzählt in "Im Palast des Nabobs" eine ruhige Geschichte um Intrigen, Verrat und Bestechung. Das Abenteuer spielt im Indien unter französischer Kolonialherrschaft. Der neue Generalkonsul in einem Indischen Protektorat sieht sich einem verblendetem Prinzen gegenüber, der seinem verstorbenen Vater zum Gedenken einen prachtvollen Palast erbauen möchte. Die Interessen seines Volkes oder der Plantagenbesitzer zählen für ihn nicht, und so macht er sich sehr unbeliebt. So ist es nicht verwunderlich, wenn es eine Verschwörung gegen den ungeliebten Prinzen gibt. In dieses Intrigenspiel wird auch Theodor Pussel miteinbezogen. Zudem darf er um das Herz der Tochter des Konsuls werben.

    Fast nebenbei löst sich der Fall, und bei einem letzten Gespräch resümiert Theodor den Kern der Geschichte: "Jeder einzelne hat sich zu irgendeinem Zeitpunkt in den Absichten seines Nachbarn getäuscht."

    Man muß dem Comic vorwerfen, ein einseitiges Bild jener Tage zu malen. Die Inder werden vor allem als intrigant und reizbar charaterisiert. Eigentlich sind die Eingeborenen eher teil des exotischen Umfeldes, als echte Handlungsträger. Möglicherweise liegt das an der französische Vergangenheit als Kolonialmacht und ein dadurch etwas anderes Grundverständnis dieses Themas. Allein Prinz Abdul Amsad darf am Ende seinen Wahn und seine Fehler einsehen und so ein wenig Intelligenz und Menschlichkeit zeigen. Die Weißen zeigen dagegen die ganze Bandbreite an Charakteren, der Held, der besoffene Verlierer, dern besorgte Regent und vieles mehr. Dennoch zieht die Geschichte gerade durch ihre Ruhe in den Bann. Dazu tragen die drehbuchartigen Text-Seiten bei.

    Die Zeichnungen sind der Geschichte dienlich und liegen irgendwo zwischen Hergé und Knubbelnasen-Look mit vielen filmischen Einstellungen. Nur die dunkle Hautfarbe der Inder stört. Die Mimick geht dadurch verloren und auch die Blitzer (weiße Umrandungen durch nicht passenden Vierfarb-Druck) sind unschön.

    "Im Palast des Nabobs - Teil 2" ist eine ruhige Liebesgeschichte ohne richtiges Happy-End mit Krimi-Einlage und eine angenehme Abwechslung in einer Zeit voller schriller Fließband-Superhelden Stor

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