Point Blank

    Von:
    Brubacker / Wilson
    Verlag:
    Cross Cult, Asperg
    Seiten:
    144
    Preis:
    € 19,80

    Veröffentlichung:
    09/2008




    Die WildC.A.T.S waren der Inbegriff des emanzipierten Superheldenkünstler-Comics – neben Spawn. Image hieß der Verlag der Zeichner, die von den großen Verlagen die Nase voll hatten. Jim Lee definierte stylisch aussehende Superhelden hier neu und gab seinen Helden gleich etwas böses mit auf den Weg. Als einfach nur gute Bilder nicht mehr genug waren, ließ allan Moore dieses Team gleich richtig düster werden. Aber das war noch lange nicht das Ende der Entwicklung dieses Teams bzw. seiner Mitglieder.

    Nun sehen wir das WildC-A.T.S Mitglied Grifter am Ende. Die Flasche Alkohol sein bester Freund, seine anderen Freunde sind von seinen Feinden nicht mehr klar zu unterscheiden. Und er ist der einzige Mensch, der bezeugen kann, das Holden Carver ein Undercover-Agent und eigentlich einer der Guten ist.

    Autor Ed Brubacker ist ein Garant für ausgefeilte Geschichten. Im Laufe dieser modernen, bösen Agenten-Story wird vergewaltigt und natürlich gemordet, und wer was will ist nicht klar – aber das macht ja den Reiz eines guten Thrillers aus. Aber „Point Blank“ ist nicht der beste Thriller am Comic-Markt. „XIII“ ist spannender erzählt, „Torpedo“ kommt schneller auf den bösen Punkt aber „Point Blank“ holt den in die Jahre gekommenen Superheldenleser mit Ermüdungserscheinungen aus der Welt der bunten Unterhosen ab und geleitet ihn in die spannende Welt der anders erzählten Geschichten. Weniger super, mehr spannend. Für die Übergangsphase gibt es ein paar Superhelden, die aber durchaus auch ohne Kostüm in dieser Geschichte funktionieren. Das erinnert an den aktuellen Batman-Film. Der macht es ähnlich und steckt die Akteure eine Thrillers der Klasse „Sieben“ und steckt die Akteure in Kostüme. „Point Blank“ lässt Drifter seinen Mundschutz an der Wand hängen und einen Thriller erleben.

    Der Zeichner Colin Wilson hat schon für die Serie Blueberry und Star Wars gezeichnet. Hier fallen seine teils zu breiten Gesichter auf. Für einen amerikanischen Serien-Comic ist er außergewöhnlich, und außergewöhnlich gut dabei. Und dunkel – verdammt dunkel. Insgesamt wirkt dieser Comic trotz der gelegentlichen Superhelden real.

    Mit dem Plus des erwachsen gewordenen Superhelden-Sujets im Hinterkopf bügelt dieser Comic seine erzählerischen Schwächen wie vorhersehbare Unvorhersehbarkeiten mit nachgelieferter Erklärung für des Glaubens Willige locker aus und macht Lust auf Mehr – und das wurde dann auch in der Form der Serie „Sleeper“.

    Fazit:
    Dunkler Mix aus Thriller mit einem Spritzer Superhelden-Genre.

     
     

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