arzach

    Von:
    Moebius
    Verlag:
    Cross Cult, Asperg
    Seiten:
    64
    Preis:
    € 16,00

    Veröffentlichung:
    08/2008




    Moebius – eine Legende des franko-belgischen Comics, ein Poet des Esoterischen und ein echt witziger Typ. Cross Cult bringt gleich zwei Hardcover mit zwei Klassikern des Franzosen. Der Künstler, der unter seinem bürgerlichem Namen Jean Giraud den Western „Blueberry“ zeichnet, rückt in vielen seiner Geschichten das Suchen in den Mittelpunkt. Oft suchen auch wir Leser nach dem Sinn, und dabei ist ein Finden nicht sicher. Warum ist das Versagen dann doch einfach nur großartig?

    Beginnen wir mit „Arzach“. Der mit 64 Seiten dünnere der beiden Bände ist nicht nur wegen der Farbe für den Moebius-Neuling zugänglicher. Dabei nehmen die ursprünglichen Arzach Geschichten ohnehin nur die Hälfte des Bandes ein. Auf Seite 17 beginnt „Arzach“. Der Strich wirkt trotz der feinen Schraffierungen grob, die Farben sind fast erdrückend, berauschend. Moebius schildert mehr als dass er erzählt. Die Bilder wirken filmisch. Unruhige Umrandungen verwackeln die wenigen großflächigen Panels. Dennoch strebt die Geschichte einer dann auch wieder reichlich platten Pointe entgegen. Arzachs Welt ist eine fantastische, unbekannte, aber auch hier gibt es menschliche Gefühle wie Lust und Enttäuschung. Die Grafik steht klar im Vordergrund.

    Auch in den nächsten drei Geschichten wird gänzlich ohne Sprechblasen erzählt. Man kann diese Geschichten unglaublich schnell durchblättern. Das verstört zu Beginn, und wer bei einem Klassiker auch eine epische Erzählung erwartet hatte, wird enttäuscht.

    Dann kommt die neue, über zehn Jahre später entstandene Arzach Geschichte. Hier gibt es Text und fast nebenbei wird eine Verbindung zur grafisch deutlich feineren Geschichte „Die Umleitung“ konstruiert, die übrigens noch vor der ersten Arzach-Geschichte veröffentlicht wurde. Trotz des Textes sind diese Seiten verwirrender, als die restlichen Geschichten dieses Bandes und man darf sich zu Recht fragen, gibt es überhaupt einen Sinn?

    Womit wir bei der Sinn-Frage an sich wären. Die ist selten einfach und der erste Comic des Bandes „Die Umleitung“ versucht sich wort- und bildgewaltig diesem philosophischen Thema zu nähern.

    Was nach dem ersten Lesen/Blättern bleibt, ist das riesige Fragezeichen, das wohl über jedem Neu-Leser schwebt und der gewaltige Eindruck, den die Bilder in einem hinterlassen.

    Und dass soll der einfachere der beiden Moebius-Bände bei Cross Cult sein? Ist er!

    Jetzt also zur hermetischen Garage:

    Fazit:
    Ein MUSS!

     
     

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