Hammerharte Horrorschocker # 5

    Von:

    Verlag:
    Weissblech Comics, Raisdorf
    Seiten:
    32
    Preis:
    EURO 3,90

    Veröffentlichung:
    05/2005




    Es ist ein gewagtes Experiment gewesen: Ein Kleinverlag geht mit einem deutschen Heft an den Kiosk. Zu dem akzeptablen Preis von knapp vier EURO und komplett in Farbe ein Gespenster-Geschichten Heft mit endlich neuem Material. Vielen Dank für diesen Mut, den viele als verlegerischen Selbstmord betitelten.

    Nun ist schon die fünfte Nummer raus und die Hammerharten Horrorschocker haben sich ihren festen Platz im Herzen, der ja den Zugang zum Geldbeutel erleichtert, redlich verdient. Warum auch nicht, denn dieses Heft mit seinen 32 Seiten macht einfach Spaß.

    Und in der aktuellen Nummer gibt es gleich zu Beginn einen grafischen Leckerbissen. Selten sah man eine so perfekt colorierten deutschen Comic wie hier. „Tauwetter“ vom hammerharten Leibschreiber Levin Kurio und dem Zeichner Carsten Dörr. Die Zeichnungen sind okay, aber wie hier die Farbverläufe eingesetzt wurden ist sehenswert. Vielleicht schon eine Spur zu kräftig, aber es handelt sich ja nicht um ein Kunst-Comic, sondern um ein wunderbar triviales Stück Gänsehaut-Unterhaltung – da passt ein etwas zu dicker Anstrich ganz gut.

    Wer dann die Geschichte auch noch lesen will, kriegt eine gute Mischung aus Liebe und Verrat, einer blutigen Axt und zwei kreischenden Mädels. Klar gibt es eine überraschende Wendung, das ist man den Genre einfach schuldig.

    Die restlichen Geschichten sind auch wieder wunderbar unangenehmer Zeitvertreib für Fans der „Die Welt ist Gut“ Fangemeinde. Dafür kommt die Fans von düsterer, wenn auch nicht bierernst gemeinter, Grusellektüre voll auf ihre Kosten.

    Hammerharte Horrorschocker ist seinen Preis wert. Mit dem Erwerb dieses wohl in zwanzig Jahren als Klassikers des deutschen Independent Comic goes Massenmarkt erkannten Titels belohnt man die richtigen Leute, die statt ganze Abteilungen zu schließen, mutig eine nicht vorhandene Chance ergreifen und vielleicht nicht die Kritiker glücklich machen, aber den Leser. Was ein Horrorsatz, ganz passend zum rezensierten Titel. Seltsame, aber so steht es nun geschrieben.

    Fazit:
    Statt einer zusammenfassenden Kurzkritik zwei O-Töne (bitte laut mitlesen): â€Å¾AAAIIIHHH!“ und â€Å¾Kreisch“ – nuff said!

     
     

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