Horrorschocker / Dämonika

    Wer hätte das gedacht? Der kleine Weissblech-Verlag macht es Bastei vor, wie man auch Jahrzehnte nach dem ersten „Gespenster Geschichten“ Heft dem Genre noch etwas frisches Blut verpassen kann. „Hammerharte Horror Schocker“ ist nicht unbedingt die Neuerfindung des blutigen Comics mit Pointe, aber die Geschichten in guter alter Pulp Tradition mit den etwas groben Zeichnungen hat etwas, das dem Platzhirschen dieser Gattung fehlt – eine eigene Handschrift.

    Okay, dass der Massenmörder das leicht bekleidete Mädel nicht ganz ohne Schwierigkeiten vernaschen würde, das konnte man sich nach dem Heftcover schon denken. Die erste Geschichte „Der Bote" hat etwas von der guten alten Science Fiction Kurzgeschichte. Zuerst wird man auf eine falsche Fährte gelockt, und dann kann der einsame Krieger doch noch einen Sieg erringen. Nett in Szene gesetzt.

    Highlight der dritten Ausgabe ist der Vierseiter „Der Schlächter von Oakwood Manor". Klaus Scherwinskis Bilder sind gestylter als die restlichen Geschichten des Heftes und der Witz am Ende ist kurz, aber herzlich – bitte davon mehr. „Der Bestatter" ist dann wieder ordentliche Horrorkost in guter alter EC Tradition.

    Ein farbiges Heft an den Kiosk zu bringen schien vor einem Jahr noch ein selbstmörderisches Unterfangen zu sein. Aber hoffentlich geht die Rechnung des Raisdorfer Verlags auf. Das sich die „Gespenster Geschichten“ trotz ewiger Wiederholungen dennoch verkauft ist wohl ein Indiz dafür, das für Horror Stories ein Markt besteht. Und dann liest man doch lieber neues Material – oder?



    In eine ähnliche Kerbe schlägt Dämonika. Leider nur in Schwarz/Weiß, dafür aber mit einer 20 seitigen Geschichte. Die sieht ein wenig nach der besten Arbeit des besten Schulfreundes aus, aber auch die ersten Corben Sachen sahen noch etwas ungelenk aus. Dafür begeistert auch hier die Geschichte mit solider Grundidee und frechen Variationen eines bekannten Themas. Die Heldin ist gut gebaut und weis mit ihren Reizen nicht zu geizen. An ihrer Seite kämpft ein Ork. Der ist etwas schwerfällig in Sprache und Intellekt, aber beides kann Dämonika gut genug für zwei.

    Die beiden retten einen kämpfenden Minnesänger oder einen der gehobelten Sprache mächtigen menschlichen Krieger. Der darf aber nur so lange leben, wie der den Karren unserer Heldin ziehen kann. Dämonikas Welt liegt irgendwo zwischen Mittelerde und Springfield. Ersteres wegen der Dämonen, Schwerter und Zaubergelehrten, Zweiteres wegen der herrlichen Sprüche.

    Die Zeichnungen sind wie schon angedeutet deutlich vom Charme alter Underground Comics beeinflusst. Besonders in der Kombination ist der Gedanke an Groo, den Wanderer, nicht abwegig.

    Wer an leicht abgedrehten Fantasy Geschichten Spaß hat, soll sich das Heft unbedingt anschauen. Kein gesellschaftskritischer Prachett, eher eine extrem derbe Cerebus Version mit Titten.

    Fazit:
    Wir drücken Weisblech die Daumen, witzig, pubertär und gewaltig lustig – das hat der deutschen Comiczene lange gefehlt. , Wir drücken Weisblech die Daumen, witzig, pubertär und gewaltig lustig – das hat der deutschen Comiczene lange gefehlt.

     
     

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