Barfuß durch Hiroschima # 1 Kinder des Krieges

    Von:
    Keiji Nakazawa
    Verlag:
    Carlsen Verlag GmbH, Hamburg
    Seiten:
    302
    Preis:
    EURO 12,-

    Veröffentlichung:
    11/2004



    1982, lange vor DragonBall oder Sailor Moon erblickte der erste Manga in Deutschland das Licht der Welt. Rowohlt brachte Ersterster ein japanisches Comic auf den Markt. Es handelt sich um eine schonungslose Biografie des Grauens. Keine Geister, keine Horrorklischees - nur der normale Wahnsinn einer totalitären Gesellschaft.

    Es ist das Jahr 1945, Gen der junge Sohn eines Vaters, der oft und zu laut gegen den kriegstreiberischen Wahnsinn der Regierung wettert. Damit beginnt für die Familie das Martyrium. Der Vater wird verhaftet, die Kinder von den Spielkameraden abgegrenzt, die Schwester des Diebstahls bezichtigt und in der Schule gedemütigt. Immer wieder wehrt sich die Familie, doch das führt nur zu immer größeren Repressalien.

    Zu diesen Problemen kommen noch die andauernden Bombenangriffe der Amerikaner hinzu. Mütter, die sich erfolglos für ihre Kinder opfern, Hunger und ständig den Tod vor Augen. Dann der Atombombenabwurf und eine plötzlich völlig neue Situation. Die Überlebenden sterben wie die Fliegen unter großem Leiden. Haarausfall, sich nicht schließende Wunden und brennende Menschen.

    Keiji Nakazawa lässt keine Grausamkeit aus. Schonungslos malt er ein sehr persönliches Bild einer großen Tragödie. In fast naiver Manier und japanischer Symbolik leidet der Leser mit ihm. Es liest sich wie die Erzählungen eines alten Mannes, der immer wieder einzelne Episoden genaustens schildert, nur um an anderen Stellen nur einen groben Abriss der Geschehnisse zu erzählen.

    „Barfuß durch Hiroschima - Kinder des Krieges" ist kein Comic, dass Spaß machen kann. Die kleinen Freuden wie eine Schale Reis gehen völlig in den Grausamkeiten unter. Die haben dafür im ersten Band eine richtige Entwicklung. Es beginnt mit kleineren, zwischen menschlichen Grausamkeiten, steigert sich zu herzzerreißenden Kriegsschicksalen, um am Ende mit den Opfern des Atombombenabwurfs zu gipfeln.

    Natürlich sind Geschichte wie „Als Hitler das rosa Kanninchen stahl" für Kinder erträglicher, aber manche Menschen lernen es nur mit der groben Kelle. Dieser Manga ist eine ultrabrutale Kelle.

    Fazit:
    Grausam und wichtig, naiv und unverblümt. Der Krieg lässt keinen Platz für Helden. LESEN! , Grausam und wichtig, naiv und unverblümt. Der Krieg lässt keinen Platz für Helden. LESEN!

     
     

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